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Rückblick: Barcamp

28.02.2026 | Impact Hub Vienna

Was ist eigentlich ein Barcamp?

Ein Barcamp ist kein klassischer Kongress mit fixem Programm und Frontalvorträgen. Es ist ein offenes Austausch-Format. Die Teilnehmenden bringen ihre Themen selbst ein, Sessions entstehen vor Ort, Dialog ersetzt Präsentation. Wer da ist, gestaltet mit. Wissen wird nicht konsumiert, sondern gemeinsam erarbeitet.

Genau dieses Prinzip hat unser Barcamp zum Thema Mikroplastik getragen.

Mikroplastik neu denken

In vier parallelen Sessions wurde deutlich: Mikroplastik ist kein Randthema, sondern eine systemische Herausforderung. Diskutiert wurden

  • Materialalternativen
  • Konsumentenverhalten
  • politische Hebel
  • Eintragspfade in Böden und Gewässer sowie
  • Fragen der Messbarkeit.

Die zentrale Erkenntnis:

Vollständige Vermeidung ist unrealistisch. Messbare Reduktion ist möglich.

Und dafür braucht es mehr als Recycling.

Was diskutiert wurde

Material & Markt
Biologisch abbaubare Kunststoffe sind verfügbar, aber teuer und oft missverstanden. Es braucht klare Kennzeichnung, landesweit einheitliche Entsorgungslogiken und die Einbindung des Handels. Recycling allein greift zu kurz.

Kommunikation & Bewusstseinsbildung
Mikroplastik ist unsichtbar – und genau das erzeugt Ohnmacht. Die Gruppe plädierte für transparente, lösungsorientierte Kommunikation statt Moralisierung. Idee: ein einfaches Orientierungssystem (z. B. Ampelmodell) und klare Kennzahlen wie ein Pro-Kopf-Plastikverbrauch.

Politische Handlungsspielräume
Reifenabrieb, Textilfasern, Additive, Abwasser: die Eintragspfade sind vielfältig. Diskutiert wurden Deklarationspflichten, strengere Vorgaben für Reifen, bessere Kontrolle bestehender Regelungen und EU-weite Ansätze.

Mikroplastik in Böden
Messbarkeit ist komplex und teuer. Grenzwerte fehlen weitgehend. Klar wurde: Maßnahmen müssen an gesicherte Wirkungsdaten gekoppelt sein – gleichzeitig müssen Einträge reduziert werden.

Warum dieses Format überzeugt

Das Barcamp hat gezeigt, was möglich wird, wenn Expert:innen, Personen aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft auf Augenhöhe arbeiten:

  • interdisziplinärer Austausch statt Silodenken

  • Tiefgang statt Schlagwort

  • konkrete nächste Schritte statt reiner Problembeschreibung

Das Barcamp war kein einmaliger Diskursraum.
Es war ein Auftakt.

Und genau darum geht es: Verantwortung teilen – und Wirkung multiplizieren.

Fotos: Anna Hink

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Aktuelles News

Mikroplastik in Softdrinks

Eine aktuelle Analyse zeigt, dass 85 Prozent der 20 getesteten Softdrinks Mikroplastik enthalten.

Das Umweltbundesamt hat im Auftrag der Salzburger Arbeiterkammer 20 im Lebensmittelhandel erhältliche Softdrinks (15 Limonaden und 5 Eistees) verschiedener gängiger Marken und Hersteller auf Mikroplastik untersucht. In 17 von 20 Proben wurden Partikel zwischen 25 und 500 Mikrometer nachgewiesen – im Schnitt 5,6 Stück pro Liter, mit einem Höchstwert von 22,7 Stück/Liter.

Wie gelangt Mikroplastik in Getränke?

Die Analyse legt nahe, dass Mikroplastik aus unterschiedlichen Quellen stammen kann:

  • Verpackung: Abrieb von PET-Flaschen oder PE-Verschlüssen
  • Herstellungsprozess: Rückstände aus Produktionsanlagen oder Zutaten wie Wasser, Zucker und Aromen
  • Einzelfälle: Besonders belastete Proben deuten auf externe Eintragsquellen hin, etwa durch PVC-Bestandteile in Produktionslinien

Wie kann man die Aufnahme von Mikroplastik reduzieren?

Konsument:innen können selbst dazu beitragen, die Belastung zu verringern:

  • Plastik und Hitze vermeiden – Keine heißen Getränke aus Plastikbechern, keine Lebensmittel in Plastik erhitzen
  • Plastikflaschen nicht schütteln oder in der Sonne lagern
  • Plastikalternativen nutzen – Glasflaschen, Metallmahlwerke, Holzschneidebretter
  • Wenig verarbeitete Lebensmittel bevorzugen – Da hochverarbeitete Produkte oft mehr Eintragspfade für Mikroplastik haben
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Save the Date: Verpackung im Wandel

Die im Februar 2024 vom Europäischen Parlament verabschiedete EU-Verpackungsverordnung stellt einen bedeutenden Schritt zur Reduzierung von Verpackungsabfällen und zur Förderung der Kreislaufwirtschaft dar. Ziel der Verordnung ist es, den Anstieg von Abfallmengen zu bekämpfen und einheitliche Vorschriften im Binnenmarkt zu schaffen. Zu den zentralen Maßnahmen gehören die Reduzierung von Verpackungen, das Verbot bestimmter Einwegverpackungen ab 2030, sowie strenge Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Verpackungen. Darüber hinaus werden die Wiederverwendung von Verpackungen gefördert und der Einsatz von “Ewigkeitschemikalien” in Lebensmittelverpackungen eingeschränkt. Bevor die Vereinbarung in Kraft treten kann, muss sie noch formell vom Europäischen Rat gebilligt werden.

Diskutieren Sie mit Expert:innen über die Auswirkungen der EU-Verpackungsverordnung auf Umwelt und Wirtschaft! Seien Sie Teil des Think Tanks, in dem Chancen und Herausforderungen dieser neuen Regelung beleuchtet werden..

Topics:

  • Verbot von Einwegverpackungen aus Kunststoff ab 2030
  • Zielvorgaben zur Reduzierung von Verpackungsabfällen bis 2040
  • Förderung der Wiederverwendung und Einführung strenger Recyclingquoten
  • Kompostierbare Verpackungen und Produkte

Sprechen wir darüber, wie sich die Kreislaufwirtschaft künftig aktiv gestalten lässt!

Wann: Dienstag, 26. November 2024

Uhrzeit: 16.00 Uhr

Ort: Erste Bank Campus | Am Belverdere 1 | 1100 Wien

Anmelden zur Veranstaltung können Sie sich hier.

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Aktuelles News Veranstaltungen

Gastbeitrag auf retail.at

Lebensmittelverpackungen sind eine Quelle für Mikroplastik, wenn sie fälschlicherweise in die Biotonne gelangen. Das bündnis mikroplastikfrei entwickelt Lösungen, um abbaubare Verpackungen in Bereichen wie Brot, Obst und Gemüse zu fördern. Dadurch kann Mikroplastik im fertigen Kompost vermieden werden. Erfahren Sie mehr über die Lösungsstrategien des Bündnisses und wie abbaubare Materialien die Kreislaufwirtschaft unterstützen im Gastbeitrag von Geschäftsführer Daniel Steinitz auf retail.at.

Den Artikel lesen Sie hier.

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Österreichischer Aktionsplan Mikroplastik 2022-2025: From Pollution to Solution

Die österreichische Bundesregierung hat 2022 den Aktionsplan Mikroplastik beschlossen und gemeinsam mit dem bündnis mikroplastikfrei präsentiert.

Im Aktionsplan wurden weiterführende Maßnahmen ausgearbeitet, die bis spätestens 2025 von verschiedenen Akteuren auf nationaler, europäischer und globaler Ebene umgesetzt werden sollen. Damit die vollständige Umsetzung des Aktionsplans bis 2025 gelingen kann, brauche es auch weiterhin die Kooperation und Mithilfe aller Beteiligten, so der Appell von Bündnispräsident Walter Hauer in der Podiumsdiskussion.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden Beiträge aus der Forschung und Praxis präsentiert – u.a. war ein Vortrag der Österreichischen Bundesforste, Partner im bündnis mikroplastikfrei, zum Einsatz von Alternativen zu konventionellen Kunststoffprodukten in der Forstwirtschaft dabei. Hier ist man sich der Verantwortung bewusst, dass das Risiko für Mikroplastikentstehung durch den Einsatz von Wuchshüllen hoch ist und daher abbaubare Materialien eingesetzt werden sollen.

Die Nachlese sowie einige der Präsentationen finden Sie unter: https://www.umweltbundesamt.at/news240606-aktionsplan-mikroplastik